Gitarren Bauformen

Les Paul

Ursprünglich stammt die Les Paul von der Firma Gibson U.S.A. Mittlererweile zählt man natürlich auch alle angelehnten Nachbauten und Kopien anderer Hersteller hinzu. Eines der typische Hauptmerkmale einer Les Paul sind ist Ihre Humbucker Bestückung und Ihr verhältnissmässig hohes Gewicht. Auf einen Mahagonikorpus wird eine etwa 20 mm dicke gewölbte Ahorndecke aufgeleimt.

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Diese ist maßgeblich für den extrem fetten Sound einer Les Paul und für die späteren Rückenbeschwerden verantwortlich. Der Stegpickup liefert einen sehr klassische Rocksound während der Hals Pickup vornehmlich gerne für einen bluesigeren genommen wird. Die Zwischenstellung eignet sich für für klare so wie auch verzerrte Sounds. Dabei ist jedoch immer mit zu berücksichten welche Pickups bei der Ausstattung mitgeliefert wurden. Der Les Paul wird oft vorgeworfen sie sei in ihrem Soundverhalten sehr eingschrängt oder im Vergleich zu modernere Rock Gitarren weniger flexibel. Mit einer Les Paul verbindet man einen klassischen Rock oder Blues Sound. Das ganze wird am besten über einen weit aufgerissenen Röhrenamp gespielt.

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Zu den größten Les Paul Gitarristen zählen u.a. Lester William Polfus (Les Paul), Jimmy Page (Les Zeppelin), Slash (Velvet Revolver), Gary Moore (Still Got The Blues), Zakk Wylde (Ozzy Osboune) oder Joe Perry (Aerosmith).

SG

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Eine der bekanntesten Varianten der Les Paul in den 80er und 90er Jahren war die Gibson SG Standard. Ihren größten Popularitätsstatus bekam Sie durch Gitaristen wie Angus Young (AC/DC) oder Toni Iomi (Black Sabbath). Im Gegensatz zur Les Paul hat die SG einen sehr leichten und flachen Korpus. Das wirkt sich natürlich auf ihr Klangverhalten aus. Eine SG ist nicht ganz so basslasstig wie eine Les Paul aber dennoch sehr dynamisch und tansparent.

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Somit ist sie eine hervorragende Rock- und Bluesgitarre mit einem unverkennbaren eigenen Sound. Die Schaltung und Pickups sind Baugleich mit einer Les Paul Standard. Der Hals ist wie bei allen anderen Gibson Modellen eingeleimt und als Tonholz kommt auch hier wieder Mahagoniholz zum traqen. Die SG erlebt in den letzten Jahren eine Art Renaissance. Man sieht das sie immer mehr an Beliebheit gewinnt und das gerade bei jüngeren Bands. Vielleicht liegt es auch viel an den hohen Preisen die für Les Paul Modellen derzeitig bezahlt werden müssen denn im Verhältnis ist eine Gibson SG erheblich günstiger.

Stratocaster

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Als Stratocater bezeichnet man heute alle Gitarren, die der legendäre Bauform einer Fender Stratocaster entsprechen. Die klassische Stratocaster Variante kommt mit 3 Single Coils Pickups, Esche- oder Erlenkorpus und einem Ahornhals mit Palisander Griffbrett. Die Stratocaster wirkte bei ihrem Erscheinen 1954 als revolutionär und gilt bis heute als beliebteste, meistverkaufte, aber auch als meistkopierteste E-Gitarre der Welt. Nahezu jeder E-Gitarrist hat zu einem Zeitpunkt seiner Karriere eine Stratocaster oder zumindest einen Nachbau gespielt. Der Stegtonabnehmer hat einen absoluten beißenden Hard und Rocksound. Mit dem Halspickup können wundervolle bluesige Sounds und in der Zwischenstellung perlende, mitunter sehr akustisch wirkende Cleansounds erreicht werden. Die Stratocaster besitzt zusätzlich einen Vibratohebel mit dem man interessante Akzente in seinem Gitarrenspiel setzen kann. Generell läßt sich sagen das die Fenders Startocaster eine sehr ausgewogene und vielseitige Gitarre ist. Ihr Spektrum geht von Perkussiv über brillant Clean, bis hin zu rockig, heavy oder bluesig. Sie findet fast in allen Musikrichtungen ihre Verwendung.

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Die bekanntesten Stratocaster Spieler sind Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan, Richie Blackmore, Eric Clapton, David Gilmore, Mark Knopfler und Yngwie Malmsteen.

Telecaster

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Die Telecaster ist nicht nur ausschließlich eine Country oder Blues Gitarre obwohl sie selbstverständlich für diese Musikrichtung am bestens geeignet ist. Wie bei der Stratocaster werden auch hier vorzugsweise Single Coils Tonabnehmer eingesetzt. Der wohl am meisten bekannteste Telecaster Sound ist der des Stegtonabnehmers. Er eignet sich im angezerrten Sound sehr gut zur Rockmusik während der Halstonabnehmer mehr die Position der bluesige Variante einnimmt. Wahlweise wird die Telecaster auch mit Humbucker angeboten für alle die gerne einen Sound in Richtung Keith Richards (Rolling Stones) bevorzugen. Der berühmte Twang-Sound einer Telecaster ist eine Mischung aus Stegtonabnehmer samt Metallplatte, der langer Mensur und dem typischen Esche Korpus mit dem dazugehörigen Ahorn Hals.

Moderne Strat

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Der Boom der Modernen Strats begann Mitte der 80er als Eddie Van Halen den Single Coil am Steg einer Stratocaster entfernte und Ihn gegen einen PAF Humbucker ersetzte und damit Weltweit für Furore sorgte. Die Gerüchte von seinen aufgenagelten Pickups, seinem eigenes konstruierten Locking Tremolosystem, und seiner Virtuose Spieltechnik brachten Ihn schlagartig in den Mittelpunkt des damaligen Musikgeschehen: Es begann die Zeit wo sich alles veränderte. Jeder übte wie verrückt Van Halen Tapping und die Gitarrenwelt schrie nach neuen Gitarren die diesen Trend unterstützen.

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Das Zeitalter der Geschwindigkeitssolis und das der modernen Strats war geboren. Humbucker mit Single Coil Bestückung, Locking Tromolosysteme mit Klemmsattel und ultraflachen Hälsen mit dicken Jumbo Bünden waren und sind bis heute die sichtlichen Merkmale. Eines darf man jedoch auch von diesen Gitarren nicht erwarten. Diese Gitarre wird niemals wirklich alle Sounds liefern. Durch die längere Mensur, den verschiedenen Holzarten klingt der Humbucker am Steg nie wie bei einer Les Paul. Auch wird diese Gitarre nie wirklich wie eine Stratocaster klingen (trotz diverser Schaltungsvarianten). Aber diese Arten von modernen Strats übertrumpfen durch ihre Vielseitigkeit fast alle anderen Gitarrentypen.

Gitarristen wie Joe Satriani, Steve Vai, John Petrucci oder Luca Trulli haben mit modernen Strats ganz neue Maßstäbe gesetzt.